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08.12.2020

Kein Schadenersatzanspruch aus Beratungsverschulden


LG Hildesheim, Urteil vom 3.3.2020 - 3 O 123/19

Im Hinblick auf ein laufendes Versicherungsverhältnis ist der Versicherer nicht gehalten, von sich aus zu prüfen, ob der bestehende Versicherungsschutz den Bedürfnissen des Versicherungsnehmers gerecht wird. Dies ist nur dann der Fall, wenn ein konkretes Aufklärungs- und Beratungsbedürfnis besteht. Es besteht auch kein Beratungsverschulden nach einem Versichererwechsel, wenn sich aus dem Beratungsprotokoll nicht ergibt, dass der Versicherungsnehmer eine Neuberatung dahingehend wünschte, ob und inwieweit der zu übernehmende Versicherungsschutz den Bedürfnissen noch gerecht wird. Eigene Nachfragen aus eigenem Antrieb muss nicht gestellt werden, vielmehr muss der Versicherungsnehmer von sich aus mitteilen, für welche Risiken er den Versicherungsschutz wünscht.

Ansprechpartner
RAin Christina Eckes, Köln
christina.eckes@bld.de