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02.03.2020

Der Gruppenversicherungsnehmer ist kein Vermittler im Sinne des § 34 d GewO (mit BLD-Anmerkung)


OLG Frankfurt/M., Urteil vom 27.6.2019 - 6 U 108/18

Keine Erlaubnispflicht des Versicherungsnehmers eines echten Gruppenversicherungsvertrages nach § 34 d GewO.

Anmerkung
Der Versicherungsnehmer eines echten Gruppenversicherungsvertrages ist kein Versicherungsvermittler im Sinne des § 34 d GewO und bedarf daher – unabhängig von etwaigen Ausnahmetatbeständen des § 34 d GewO – keiner  Erlaubnis nach § 34 d GewO, was der  Gesetzesbegründung (Bundestags-Drucksache 16/1935, S. 18) expressis verbis zu entnehmen ist.

Eine analoge Anwendung des § 34 d GewO auf den Gruppenversicherungsnehmer kommt nicht in Betracht, da es an einer planwidrigen Regelungslücke fehlt. Ob dies der Regelung des § 43 VVG oder aber dem seit dem 23.2.2018 geltenden § 7 d VVG (so Grote in: Langheid/Rixecker, VVG, 6. Aufl., Vorb. zu §§ 150-171 Rn. 20 m.w.N.) zu entnehmen ist, kann in diesem Zusammenhang dahinstehen.

Mit dieser im Ergebnis zutreffenden Entscheidung liegt das OLG Frankurt/M. auf einer Linie mit den Urteilen des OLG Koblenz vom 19.12.2018 - 9 U 805/18 und des OLG Naumburg vom 5.9.2019 - 4 U 136/18 und bestätigt damit die auch in der Vergangenheit herrschende Meininung für echte Gruppenversicherungsverträge.

Ansprechpartner
RA Dr. Alexander Beyer, Köln
alexander.beyer@bld.de

RA Claudius Beck, LL.M., Köln
claudius.beck@bld.de