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01.04.2020

Auf eine Verantwortlichkeit des Versicherungsnehmers kommt es beim Ausschluss für Schäden durch Erdrutschung nicht an


LG Zweibrücken, Urteil vom 3.5.2019 - 2 O 294/17

1. Gräbt der Versicherungsnehmer im Bereich einer Stützmauer den vorhandenen Lehmboden etwa 60 cm weit ab und stürzt die Mauer anschließend aufgrund der Witterungsverhältnisse, insbesondere wegen des einsetzenden Regens, um, unterfällt dies dem Ausschluss für Schäden durch Erdrutschung.

2. Eine Erdrutschung liegt dann vor, wenn sich ein Teil der Erdoberfläche aus seinem natürlichen Zusammenhang mit seiner Umgebung löst und in Bewegung übergeht. Es kommt nicht darauf an, ob die Ursache die einzige und überwiegende oder unmittelbare Ursache für das Schadenereignis ist. Es genügt eine adäquat kausale Verursachung. Es ist ebenso unbeachtlich, ob der Schaden durch eine schuldhafte Handlung oder ein schuldhaftes Unterlassen des Versicherungsnehmers verursacht wurde.

Ansprechpartner
RA Dr. Jendrik Böhmer, LL.M., Köln
jendrik.boehmer@bld.de