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15.10.2020

Vorsätzliche Falschangaben des Versicherungsnehmers durch Verschweigen von Verdachtsdiagnosen


LG Landshut, Urteil vom 3.9.2020 - 74 O 1192/20

1. Es kommt nicht darauf an, ob nur Verdachtsdiagnosen hinsichtlich des Gesundheitszustands des Versicherungsnehmers bestanden oder er seine gesundheitlichen Einschränkungen selbst als harmlos einschätzt. Werden ihm die Gesundheitsfragen gestellt, hat er auch dies anzugeben.

2. Gravierende, kurz vor Antragstellung erfolgte Untersuchungen, die nicht angegeben werden, lassen auf Vorsatz des Antragstellers dahingehend schließen, trotz gestellter Gesundheitsfragen keine wahrheitsgemäßen und vollständigen Angaben gemacht zu haben.

3. Wird einem Versicherungsnehmer das Antragsformular mit Risikofragen vorab zugesandt, so sind die Fragen bekannt und es kommt nicht darauf an, ob der Agent das Formular später ausfüllt.

Ansprechpartner
RAin Kirsten Konrad, Köln
kirsten.konrad@bld.de