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19.01.2021

Mit einem 2,8 cm tiefen Bodenloch muss auf einem Speditionsgelände gerechnet werden


OLG Bremen, Beschluss vom 29.10.2020 – 4 U 5/20

1. Auf einem Speditionsgelände, das nur für beruflich dort tätige Personen zum Verkehr freigegeben ist, gelten für Bodenlöcher höhere Toleranzen als für Bereiche, die für den Publikumsverkehr freigegeben sind. Auf einem solchen Speditionsgelände muss daher mit Unebenheiten und Beeinträchtigungen des Bodenbelags auch im Ausstiegsbereich von Lastkraftwagen gerechnet werden, die größere Höhenunterschiede aufweisen, als die von der Rechtsprechung als Anhaltspunkt für Fußwege herausgearbeiteten 2,0 bis 2,5 cm (hier: 2,8 cm).

2. Unterlässt es der Geschädigte, das Ausmaß der Bodenvertiefung in zeitlichem Zusammenhang mit dem Unfallgeschehen zu dokumentieren, kann er dem Speditionsunternehmen später nicht eine Beweisvereitelung entgegenhalten, wenn dieses vor der Sanierung die Tiefe der Bodenlöcher ebenfalls nicht dokumentiert hat.

Ansprechpartner
RA Dr. Martin Lomb, LL.M., Köln
martin.lomb@bld.de