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19.01.2021

Keine Haftung einer 13-Jährigen für Verletzung bei Ausholbewegung beim Kegeln


LG Karlsruhe, Beschluss vom 12.8.2020 - 19 S 13/20

1. Das vielfach am Unfallort abgegebene Geständnis des Schädigers, alleine am Unfall schuld zu sein, ist nicht als deklaratorisches, sondern lediglich einfaches Schuldanerkenntnis anzusehen.

2. Das Ausholen mit der Kugel zum Wurf gehört zum Kegeln dazu und ist nicht sorgfaltswidrig. Auch ein fehlendes Umdrehen vor der Ausholbewegung begründet keine Fahrlässigkeit, Insbesondere kann von einem 13-jährigen Kind nicht erwartet werden, dass es rechtswidriges Verhalten anderer Mitspieler (hier: Verstoß gegen die Regel beim Kegeln, dass sich nur eine Person im Abwurfbereich aufhalten darf) mitberücksichtigt.

3. Es stellt ein überwiegendes Mitverschulden dar, wenn ein Mitspieler nicht den notwendigen Abstand einhält, obwohl er sieht, dass sich jemand auf den Wurf vorbereitet.

Ansprechpartner
RA Tobias Matz, Köln
tobias.matz@bld.de